EM Herren: Sicherung des WM-Platzes ist das Ziel
vom 16.11.2015
Für Deutschlands Curlingherren beginnt die Europameisterschaft im dänischen Esbjerg am Samstag um 9.00 Uhr mit einer schweren Aufgabe. Die Schweiz ist erster Vorrundengegner von Team Baumann – allerdings nicht der Ex-Europameister (2013) und Bronzemedaillengewinner des Vorjahres Sven Michel, sondern das Team de Cruz, das dem Schweizer Vorzeige-Curler die EM-Quali streitig machte. Danach geht es am Abend gegen Top-Favorit und Titelverteidiger Schweden.

„Zwei sehr starke Gegner zu Beginn des Turniers kann durchaus auch ein Vorteil sein, denn diese beiden Teams werden im Verlauf des Turniers ‎eher noch stärker“, so Bundestrainer Thomas Lips. „Aber wir dürfen uns so oder so nicht verunsichern lassen. Das Team hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen – was ich gar nicht an Ergebnissen festmache, sondern an der Art, wie sie gespielt haben. Ich traue dem Team Baumann zu, eine der Überraschungen bei dieser EM zu werden. Dafür muss sich das Team aber seine Komfortzone, in der es sich wohlfühlt, erst einmal schaffen!“

Um die 2014 erstmals auf internationaler Bühne aufgetretene Kombination aus den Curling-Clubs Baden Hills und Schwenningen für die Aufgabe, den so wichtigen WM-Startplatz für Deutschland zu sichern, zu stabilisieren, hat der Bundestrainer eine Änderung vorgenommen. Statt des Junioren-Nationalspielers Daniel Rothballer (SC Riessersee) wird der erfahrene Daniel Herberg vom ES Oberstdorf als Ersatzspieler mit nach Esbjerg fahren. „Sollte sich der Skip oder Third verletzen oder krank werden, ist es sinnvoll einen international so erfahrenen Mann dabei zu haben“, so Lips. „Wenn das Team die WM-Qualifikation schafft, wird Daniel Rothballer auf jeden Fall wieder zum Team gehören!“

Die DCV-Herren müssen mindestens Siebter werden, um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2016 in Basel (2. Bis 10. April) zu schaffen, wo es erstmals um Qualifikationspunkte für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang (KOR) geht. „Normaler Weise werden Schweden und Norwegen in Esbjerg um die Medaillen spielen. Ich sehe mit Abstrichen die Schweiz und Schottland dann dahinter. Aber selbst diese Teams kann das Team Baumann schlagen“, so der Bundestrainer. „Es ist aber eben auch so, dass die Leistungsdichte bei den Herren so ist, dass jeder jeden schlagen kann. Man darf sich auch gegen die vermeintlich schwächeren Teams nie sicher sein.“

Weil Thomas Lips sich während der Spiele um das deutsche Damenteam kümmern wird, wurde der ehemalige Weltklasse-Curler Andy Kapp engagiert, dem Herrenteam in Zusammenspiel mit der Bundes-Nachwuchstrainerin Katja Schweizer als Coach während der Partien zur Verfügung zu stehen. Lips wird aber auch bei den Herren die taktische Nach- und Vorbereitung für die Partien machen.
TERMINE
2016
03. Januar
World Junior B-Championships
in Östersund (SWE)
05. Januar
Curling Champions Tour
Perth Masters
12. Januar
Curling Champions Tour
Bernese Ladies Cup
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