WM 2017: DCV-Damen wollen Olympia-Ticket
vom 16.03.2017
Am Samstag (18. März) starten die deutschen Curling-Damen in Beijing (CHN) in die Weltmeisterschaft 2017. Dabei geht es zugleich um die letzte Chance, Punkte für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2018 in Korea zu sammeln. Für Deutschland geht erneut das Team um Skip Daniela Jentsch an den Start – wenn auch in leicht veränderter Formation. Im Vorjahr in Kanada gehörte Marika Trettin noch zum Team. Jetzt spielt auf der Position des Third Josephine Obermann, außerdem als Second Analena Jentsch und als Lead Pia-Lisa Schöll. Die Position des Alternate besetzt diesmal Emira Abbes.

Das eher unbefriedigende Abschneiden bei den vergangenen Welttitelkämpfen im kanadischen Swift Current, als man mit nur drei Siegen lediglich auf Rang zehn einlief, ist längst abgehakt. „Dieses Jahr gibt es nur ein Ziel: Und das ist, dass wir Deutschland direkt für Olympia qualifizieren. Vermutlich müssten wir dafür Rang fünf erreichen“, unterstreicht Skip Daniela Jentsch. Man sei sich klar darüber, dass das ein ambitioniertes Ziel sei. „Wir denken aber, das ist auch machbar.“ Als letzte Chance auf ein Olympia-Ticket gäbe es dann zwar noch den Olympic Qualifier im Dezember, „aber“, so Jentsch, „den wollen wir gern umgehen und uns in der nächsten Saison schon voll auf die Olympischen Spiele vorbereiten.“

Die WM-Vorbereitung sei sehr gut verlaufen. Im Dezember war man bereits einmal in China bei einem Turnier, konnte sich dort bereits an das Land und die Gegebenheiten gewöhnen. Merklich Schritte nach vorn habe man außerdem auf den Events der Curling Champions Tour in Bern und Glasgow machen können. Bei der kürzlich in Hamburg ausgetragenen Deutschen Meisterschaft hat man dann auch souverän den Titel geholt. „Wir fühlen uns definitiv gut vorbereitet und sind guter Dinge, dass wir hier auch unsere beste Leistung aufs Eis bringen können“, stellt Daniela Jentsch fest.

Der Auftakt ins Turnier könnte allerdings kaum schwieriger sein. Gleich am Samstag geht es gegen die Schweiz, die in den letzten fünf Jahren vier Mal den Titel holen konnte. Skip Alina Pätz und ihr Team waren selbst 2015 Weltmeisterinnen. Und ebenfalls am Samstag geht es dann erstmals gegen die mitfavorisierten Kanadierinnen mit Skip Rachel Homan. „Das wird sicher nicht einfach. An dieser Meisterschaft wird es aber keine schwachen Gegner geben.“

Auch Bundestrainer Thomas Lips ist vor dem Turnier „guten Mutes, auch wenn Chancen schwer einzuschätzen sind. Die ersten sechs Gegner sind Hochkaräter, die alle berechtigte Halbfinal-Ambitionen haben. Aber man darf festhalten, dass wir – ausgenommen die Kanadierinnen, die wir noch nie gespielt haben, und das schottische Team – alle Gegner, die hier am Start sind, schon geschlagen haben. Wichtig wird sein, auf welche Art und Weise wir in das Turnier reinkommen. Nach den ersten drei oder vier Spielen wird man einschätzen können, wo wir stehen und in welche Richtung wir uns orientieren können oder müssen.“ Das Ziel müsse natürlich die direkte Olympia-Qualifikation sein. Man sei sich aber bewusst, dass dies ein schwieriges Unterfangen ist. „Hier hat uns dafür eigentlich niemand auf dem Zettel, aber wir wollen unsere Chance nutzen, wenn sie sich bietet.“ Minimalziel ist aber ein Platz unter den ersten Acht des Klassements. „Das Team hat in den letzten zwei Jahren eine gute Entwicklung genommen“, bestätigt der Bundestrainer. „Wenn wir das jetzt gebündelt abrufen können, dann kann es ein gutes Turnier für uns werden.“

Am Freitag erst steht das erste offizielle Training auf dem Programm, bevor das Turnier für das DCV-Team am Samstag um 6 Uhr (MEZ) mit dem Match gegen die Schweizerinnen startet.

Aktuelle Informationen sowie alle Ergebnisse von der WM finden Sie auf der Veranstaltungswebsite der WCF!
TERMINE
2017
17. November
European Curling Championships
in St. Gallen (SUI)
09. Februar
Olympische Winterspiele 2018
in PyeongChang (KOR)
03. März
World Junior Championships
in Aberdeen (SCO)
www.curlingticket.de