Zwei Siege, noch Platz 7 erobert!
vom 23.03.2012
Das letzte Vorrundenspiel der deutschen Curling-Frauen hatte noch einmal besondere Bedeutung. Mit einem Sieg gegen China - nach zuvor einem 6:5-Erfolg über Tschechien - bestand die Chance, den siebten Platz und damit sechs wichtige Punkte auf dem Weg zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi zu erlangen. Dies gelang dem DCV-Team nach dramatischem Verlauf auch tatsächlich, so dass Neu-Skip Melanie Robillard, Imogen Lehmann, Corinna Scholz, Stella heiß und Alternate Monika Wagner mit abschließend fünf Siegen und Platz sieben noch zu einem sehr achtbaren WM-Ergebnis kamen.

Spiel 10

Deutschland - Tschechien 6:5

Nachdem Deutschland und Tschechien keine Chance mehr auf die Teilnahme an den Play-Offs hatten, ging es für beide Teams aber weiterhin um wichtige Qualifikationspunkte für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi.

Entsprechend defensiv gingen beide Teams ins Spiel. In der ersten Hälfte nutzten Deutschland und Tschechien je zweimal ihren Vorteil des letzten Steins und man ging mit 2:2 in die Halbzeit. Trotz Schwächen im Spielaufbau gelang es dem Team von Melanie Robillard im sechsten End den Gegner unter Druck zu setzen. Durch einen zu kurzen Steins Tschechiens ergab sich die Chance auf zwei Steine, die Imogen Lehmann mit einem gelungenen Draw zum 4:2 schreiben konnte.
Ein Punkt im folgenden Abschnitt und ein verunglückter letzter Stein im neunten End drehten das Spiel und Tschechien konnte erstmalig mit 4:5 in Führung gehen. Nun musste Deutschland im zehnten End mindestens einen Stein schreiben, um in das Zusatzend zu gelangen. Tschechien zeigte Nerven und gab Imogen Lehmann die Möglichkeit, zwei Punkte einzufahren. Diese Chance wurde konzentriert genutzt, und die deutschen Damen konnten knapp mit 6:5 ihren vierten Sieg erringen.

Spiel 11

China - Deutschland 5:6

Nach ergebnislosem Auftakt, hatten die deutschen Damen bereits die Chance auf ein Dreier-Haus. Trotz eines verunglückten Taps ging Deutschland 1:0 in Führung. Im dritten Abschnitt hatten die deutschen Curlerinnen das Glück auf Ihrer Seite und konnten durch einen chinesischen Fehler einen weiteren Stein stehlen. Bis zur Pause setzte das Team um Melanie Robillard dann keine Akzente mehr und China ging mit 2:3 in Führung.
Die zweite Hälfte war weitestgehend ausgeglichen. Trotz merklich steigender Spannung brachten beide Teams bis zum neunten Durchgang ihren Vorteil zu je einem Stein durch, so dass man beim Stand von 4:5 für China in das zehnte End ging. Mit dem Vorteil des letzten Steins brauchten Robillard & Co einen Punkt, um ins Zusatz-End zu gelangen und zwei Punkte zum Sieg.
Deutschland befreite sich vom zwischenzeitlichen Druck der Chinesinnen und Imogen Lehmann konnte, ohne Nerven zu zeigen, mit einem wunderbaren Tap das Spiel mit zwei Steinen zum Endstand von 6:5 für Deutschland drehen. Außer sich vor Freude feierten Melanie Robillard und ihr Team ihren zweiten Sieg am letzten Tag.

Deutschland beendet damit die Weltmeisterschaft in Lethbridge mit dem siebten Platz und erkämpfte somit sechs Punkte auf dem Weg nach Sotschi. Neben Gastgeber Russland platzieren sich nach der WM 2013 die sieben punktbesten Teams direkt für Sotschi 2014. Zwei weitere Plätze werden im Herbst 2013 über ein Qualifikationsturnier ausgespielt.

Imogen Lehmann: „ Was für ein Happy End. Nach den ersten beiden Siegen hatten wir eine harte Zeit zu überstehen. Zwei Siege in den letzten zwei Spielen versöhnen wieder. Wir haben es geschafft!“

Melanie Robillard: „ Platz sieben ist sensationell für unser Team. Ich bin völlig kaputt und auch ein wenig froh, dass es jetzt vorbei ist. Wir haben das Optimum aus der Situation herausgeholt und können stolz auf dieses Ergebnis sein. Morgen geht es für mich schon wieder nach Hause. Die Arbeit ruft!“

Sportdirektor Rainer Nittel: „ In Anbetracht des kurzfristigen Ausfalls von Andrea Schöpp und des daraus resultierenden Umbaus des Teams können wir mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein. Melanie Robillard und Imogen Lehmann haben sich in kürzester Zeit zusammengerauft und sehr, sehr gute Arbeit abgeliefert. Hier hat auch Bundestrainer Martin Beiser hervorragende Arbeit geleistet. Leider war der Spielaufbau während des Turniers nicht so stark, um bessere Ergebnisse zu erreichen. Auch mit Andrea Schöpp konnte im letzten Jahr nur der siebte Platz erreicht werden. Das zeigt die Leistung der Mädels. Somit haben wir sechs Punkte gewonnen, aber der Weg zur direkten Olympiaqualifikation ist noch ein weiter und wird bestimmt kein Selbstläufer.“

Im Kampf um den WM-Titel konnten sich Schweden, die Schweiz und Korea direkt für die Halbfinals qualifizieren. Gastgeber Kanada zeigte zum Ende der Vorrunde Nerven und muss nun am Freitag im Tiebreaker gegen den Nachbarn USA den vierten Platz in den Play-offs erobern. Schottland konnte vor den Deutschen Platz sechs erreichen.

Ergebnisse und Tabelle

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