Damen-WM: zwei erwartete Niederlagen zum Auftakt
vom 18.03.2017
Das deutsche Damenteam hat bei der Weltmeisterschaft in China am ersten Turniertag gegen die zweifachen Weltmeisterinnen aus der Schweiz und die aktuellen Weltranglisten-Ersten aus Kanada die erwarteten Auftakt-Niederlagen hinnehmen. Bundestrainer Thomas Lips war mit dem Auftreten dennoch zufrieden, sprach von „guten Leistungen gegen zwei Top-Favoriten.“ Am Sonntag folgt die dritte Vorrundenbegegnung gegen Korea. (Foto: WCF / Alina Pavlyuchik 2017)

Gegen die Schweizerinnen, die noch vor zwei Jahren in Sapporo (JAP) Weltmeisterinnen wurden, spielten die Deutschen bis zum dritten End auf Augenhöhe mit. Dann zeigte Alina Pätz, warum sie zu den allerbesten Skips der Welt zählt. Die 27-Jährige platzierte ihren letzten Stein so herausragend, dass sie zwei deutsche Steine, die gut verborgen zwischen drei Schweizer Steinen lagen, herausmanövrierte. „Der Stein hätte keinen Millimeter weiter links oder rechts laufen dürfen, dann wäre es schief gegangen“, zollte Lips Respekt für seinen ehemaligen Schützling. In Folge hatten die Deutschen Pech, dass sie im vierten End nur einen Stein schrieben, als zwei möglich waren. Als Pätz im fünften End ein Dreierhaus schaffte, lag bei 1:7-Halbzeitstand eine deutliche Abfuhr in der Luft. Doch Daniela Jentsch und ihr Team bewiesen Kampfgeist und Klasse, konnten zwar nur einen Stein im sechsten End schreiben, aber danach noch drei weitere stehlen. Letztlich eine gute Aufholjagd, auch wenn der Rückstand letztlich zu groß war.

Im nächsten Match gegen den Gastgeber und aktuell Führenden in der Weltrangliste war die Ausgangssituation ähnlich. Deutschland als auf Rang elf von zwölf Teilnehmern geranktes Team nur Außenseiter. Und die Kanadierinnen um Skip Rachel Homan nutzten im ersten End leichte Ungenauigkeiten im deutschen Spiel bereits dazu, zwei Steine zu schreiben. Mit diesem Vorsprung spielte Kanada nahezu fehlerfrei weiter, setzte das deutsche Team unter Druck, so dass kaum mal die Chance da war, mehr als den ungeliebten einen Stein zu schreiben. Mit 4:2 führten die Vize-Weltmeisterinnen von 2014 nach sechs Ends. Und als die Deutschen dann das Risiko erhöhen mussten, konnte Homan jeweils einen Stein im siebten und achten End schreiben, so dass die Partie dann vorzeitig zu Ende war.

„Es hätte sicherlich eine überragende Leistung gebraucht, um Kanada tatsächlich in Bedrängnis zu bringen“, konstatierte der Bundestrainer. „Eine gute Leistung reicht gegen solche Ausnahmeteams nicht. Aber wir sind hier, um die Olympia-Qualifikation zu schaffen. Da müssen wir auch mal über uns herauswachsen. Morgen gegen Korea wird das auch nicht leicht, aber ein Sieg wäre einfach wahnsinnig gut für die Stimmung. Die ersten sechs Gegner gehören zum Favoritenkreis, aber wir wollen auch mal einen von den vermeintlich Großen schlagen, bevor es gegen die Teams geht, die bei der letzten WM in Reichweite waren und die wir möglichst hinter uns lassen müssen.“
TERMINE
2017
17. November
European Curling Championships
in St. Gallen (SUI)
09. Februar
Olympische Winterspiele 2018
in PyeongChang (KOR)
03. März
World Junior Championships
in Aberdeen (SCO)
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