DCV: Sportförderung wird so ad absurdum geführt
vom 22.10.2014
Am Montag hatte der DCV seine Mitglieder, Sportler und Partner darüber informieren müssen, dass der Verband ab 1.1.2015 aus der Spitzensportförderung des Bundesministeriums des Inneren genommen werden soll. In Folge dessen hatte der DOSB eine Mitteilung veröffentlicht, die das bestätigt und erklärt, warum DOSB und BMI zu dieser bislang einmaligen Maßnahme in der Geschichte des bundesdeutschen Sports greifen und einen stets erfolgreichen olympischen Sportverband aus der Förderung nehmen.

In dieser Mitteilung ist folgendes Zitat des DOSB-Leistungssportdirektors enthalten:

„Die Curler haben in unseren Zielvereinbarungsgesprächen stets deutlich gemacht, dass zur Erreichung des gemeinsamen Ziels einer Finalteilnahme – Platz eins bis acht bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang – eine Mittelerhöhung notwendig und ansonsten eine Förderung nicht sinnvoll ist“, sagte DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank.

Der DCV möchte dieses Zitat ungern unkommentiert stehen lassen, denn es entsteht der Eindruck, der Verband habe DOSB und BMI quasi angeboten, entweder die Förderung zu erhöhen oder die Förderung komplett einzustellen.
 
Tatsache ist, dass sich der Deutsche Curling-Verband seit 1998, also seit Curling olympisch ist, als fester Bestandteil der deutschen Olympiamannschaft sieht und damit auch in der unmittelbaren Verantwortung, an positiven Ergebnissen der deutschen Olympiamannschaft bei den Spielen 2018 und 2022 beteiligt zu sein.
Aus diesem Anspruch heraus hat der DCV, in enger und einvernehmlicher Abstimmung mit dem DOSB, im Rahmen des Zielvereinbarungsprozesses den Umbruch eingeleitet und ein Konzept, basierend auf den von starker Professionalisierung geprägten internationalen Anforderungen des Curlingsports, zur gemeinsamen Zielerreichung erstellt. Dazu gehörte im Sommer die Einstellung eines der renommiertesten Curlingtrainer in Europa.
 
Allein und nur aus diesem Grund ist ein Mehrbedarf von ca. 160.000 Euro entstanden.
Sollte dieser Mehrbedarf nun durch die Mittel des BMI nicht realisierbar sein, ist aus unserer Sicht die Zielstellung zu überdenken und den Gegebenheiten entsprechend neu auszurichten. Dies ist aber keineswegs eine Rechtfertigung, einen Verband in seiner Gesamtheit und somit hier eine ganze Sportart komplett zu liquidieren sowie damit auch einen Neuaufbau komplett unmöglich zu machen.

Curling lag übrigens bei der ARD während der Olympischen Spielen in Sotchi mit 28 Sendungen auf Platz 1 und mit über 7 Std. Sendezeit auf Platz 2 aller Olympischer Sportarten. Dabei wurde ein durchschnittlicher Marktanteil von 20% erreicht.
TERMINE
2016
03. Januar
World Junior B-Championships
in Östersund (SWE)
05. Januar
Curling Champions Tour
Perth Masters
12. Januar
Curling Champions Tour
Bernese Ladies Cup
www.curlingticket.de